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Hier ein kleiner Wochenrückblick von mir:

April 2016:

Ich bin nervös. Es gibt da gewisse Anzeichen, die ich bereits kenne und die es möglicherweise erfordern, in wenigen Tagen den Drogeriemarkt aufzusuchen. Aber wahrscheinlich ist es nur falscher Alarm. Ich versuche cool zu sein. Kann ja eigentlich auch gar nicht sein..

Eine Woche ist vergangen. Ich komme um den Drogeriemarkt-Besuch nicht drumherum. Ich stehe an der Kasse und schaue verstohlen hin und her. Nicht, dass hier noch irgendjemand einkauft, den ich kenne – und dann womöglich sieht, was ich da zwischen Klo-Rollen, Shampoo und Zahnpasta aufs Band packe.

Ein Tag später. Ich muss diesen blöden Test machen. Ich bringe es also klopfenden Herzens hinter mich. Natürlich ist er positiv – das war mir instinktiv bereits klar gewesen, aber bis jetzt hatte die Selbstbetrugs-Maschinerie gut funktioniert. Wie auf Watte gehe ich zum Kindergarten um Track abzuholen. Ich verstaue die eben gemachte Entdeckung erstmal im hintersten Teil meines Hirns. Jetzt geht es zunächst darum, das heutige Arbeits- und Kinderbetreungspensum hinter mich zu bringen. Und möglicherweise war das Testergebnis ja auch falsch!

Mai 2016:

Es war nicht falsch. Ich habe inzwischen einen zweiten Test gemacht. Seit gestern weiß mein Mann Bescheid. Als ich es ihm sagte, wurde er kreidebleich. Dann fluchten wir Beide. Anschließend flossen Tränen. Zum Glück schliefen die Kinder schon. Wir müssen nachdenken. Ein viertes Kind! Ist das machbar? Ist das schaffbar? Können wir uns das leisten? Die folgenden Tage sind schwierig. Ein Arztbesuch steht an. Die Schwangerschaft wird bestätigt. Wir informieren uns auch darüber, was uns erwarten würde, wenn wir das Kleine nicht bekämen. Ein paar Tage später gestehen wir uns ein, dass dieser Schritt für uns keine Option darstellt. Ich denke ja auch schon wieder über Babynamen nach.

Ich bin jetzt in der siebten Woche. Übel ist mir nicht, ansonsten setzen einige Zipperlein ein, die ich bereits kenne. Ich versuche den Gedanken an ein viertes Kind an mich heranzlassen. Heute feiern wir den Geburtstag meines Patenkindes. Eine Mutter mit 4 Kindern ist auch dabei. Sie hat zwei Jungen und zwei Mädchen – darunter ein Zwillingspärchen. Sie ist von Haus aus eine Frohnatur, den Streß, den sie hat, spürt man trotzdem. Ich kriege Angst. Ich bin keine Frohnatur. Ich bin ein alter Pessimist, dessen Glas immer halb leer ist. Wie soll ich das bloß schaffen? Dann kommt noch das kurze Gespräch mit einer anderen Mutter hinzu. Als die Frau mit den 4 Kids zum Spielen geht, stellt sie sich zu mir und sagt: „Puh, also 4 Kinder wären mir echt zuviel. Da hat man ja gar keine Zeit mehr für sich selbst. Zum Glück habe ich nur 2!“. Alles klar, denke ich. Das erzählst Du genau der Richtigen..

Woche 10 – ich bin aufgeflogen. Eine Arbeitskollegin fragt mich in der Mittagspause, wie es mir geht. „Und? Irgendwelche Neuigkeiten bei Dir? Ist vielleicht ein viertes Kind geplant?“ Dabei grinst sie und wirft einen kurzen Blick auf meinen Bauch. Ich lenke sofort vom Thema ab, aber ich fürchte, sie hat mich durchschaut. Ich habe leider tatsächlich bereits 2 kg zugenommen. Die Taille ist dahin. Ich beschließe, zwei Wochen lang nur noch Schlabber-Look zu tragen. Vor der 12. Woche und dem nächsten Arztbesuch werde ich Niemandem etwas sagen.

Juni 2016

Woche 12 – die Nackenfaltentransparenz-Messung steht an. Wie immer, wenn es um Arzttermine in der Schwangerschaft geht, habe ich riesigen Bammel. Hoffentlich ist alles in Ordnung! In der Praxis angekommen will die nette Arzthelferin meinen Blutdruck messen. Ich winke ab. Das kann sie sich schenken. Er ist viel zu hoch. Ich bitte sie, den Blutdruck im Anschluss an die NT-Messung zu ermitteln. Gott sei Dank waren meine Sorgen unbegründet. Dem Baby geht es gut und mit der Nackenfalte ist alles in Butter.

In der 13. Woche packe ich gegenüber meinem Arbeitgeber, Freunden und der Familie aus. Ich ernte: Verblüffung, Ungläubigkeit, spontane Umarmungen, Glückwünsche und Mitleidsbekundungen.

 

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