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Als mein Ältester im vorletzten Jahr eingeschult wurde, besorgte ich ihm neben dem Schulranzen auch eine neue Trinkflasche. Ich musste nicht lange überlegen. Ich kaufte eine Emil-Flasche aus Glas, die hatte sich schon im Kindergarten-Alter bewährt. Für die Schule bestellte ich die 0,5 l – Variante – gegen größer werdenden Durst. Natürlich nimmt die Flasche in seinem Schulranzen viel Platz weg. Die seitlichen Taschen bieten Platz für Kunststoff-Flaschen. Auf keinen Fall jedoch passen Glas-Flaschen mit Styropor-Ummantelung herein. Also muss die sperrige Flasche sich ins Hauptfach des Schulranzens zu Heften und Federmäppchen quetschen. Kunststoff war einfach keine Alternative für mich – und das aus gutem Grund.

Zwar ist es leichter und bruchsicherer als Glas, meiner Meinung nach hören an dieser Stelle die Vorteile allerdings auch schon auf. Als meine Kinder klein waren, hatte ich Babyflaschen aus Kunststoff am Start. Ich dachte damals: „Wenn das alle kaufen, kaufe ich es auch…“. Als meine Drei aus dem Flaschenalter raus und der Zug für Glasflaschen abgefahren war, las ich einen Artikel über das Verbot von Bisphenol A (BPA) in Babyfläschchen.

Polypropylen: Frei von BPA und „garantiert schadstofffrei“

Das kontrovers diskutierte Zeug ist eine Ausgangssubstanz für die Herstellung von Polycarbonat und für Babyflaschen seit 2011 deutschlandweit verboten. Das heißt, Babyflaschen aus Polycarbonat werden hierzulande nicht mehr hergestellt und auch nicht importiert. Die Industrie stellte sich darauf ein und produziert inzwischen Flaschen aus Polypropylen und anderen Kunststoff-Verbindungen. „Frei von BPA“ steht häufig auf den Etiketten. Na dann ist ja alles in Ordnung. Oder vielleicht doch nicht? Ich bin jedenfalls extrem skeptisch wenn ich Slogans wie „garantiert schadstofffrei“ oder „nicht gesundheitsschädlich“ auf Kunststoff-Produkten für Kinder lese. Unter anderem auch, weil ich erst kürzlich auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung unterwegs war. Hier findet man unter anderem einen FAQ-Katalog zum Thema Bisphenol A. Auf die Frage „Gibt es Alternativen zu Babyflaschen aus Polycarbonat?“ antwortet das Institut mit Ja und führt unter anderem Polypropylen an. Gleich darauf folgt die Einschränkung. Erste wissenschaftliche Studien hätten ergeben, dass aus Polypropylen-Flaschen deutlich mehr Substanzen in Lebensmittel übergehen können als aus Polycarbonat.

PET-Flaschen mit Eigengeschmack

Das Institut für Risikobewertung hat sich übrigens auch dem Thema PET (Polyethylenterephthalat) angenommen. Daraus werden beispielsweise Mineralwasser-Leichtflaschen hergestellt. Zu den Dingern muss man ausnahmsweise greifen, wenn man die für den Dauergebrauch bestimmte Glasflasche zu Hause vergessen hat und mit dem vom Spielplatz-Besuch erhitzten Junior am Supermarkt vorbeikommt. „Mami, ich hab Durst! Ich halte es nicht mehr aus bis zu Hause!“ heißt es dann bei uns.

Also kaufe ich dem durstigen Kind eine Flasche Mineralwasser und versuche auszublenden, was ich a.) über die Umweltschädlichkeit von Einwegflaschen weiß und b.) auf der Instituts-Homepage über Acetaldehyd gelesen habe. Das entsteht bei der Herstellung und Lagerung von PET-Flaschen und kann ab und an ins Getränk übergehen. Kleine Mengen davon sind laut Institut für Risikobewertung nicht gesundheitsschädlich. Allerdings kann es schon in marginalen Mengen geschmeckt und gerochen werden – dann hat das Mineralwasser plötzlich ein leicht süßliches Aroma.

Prost Mahlzeit!