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Gestern stieß ich beim Aufräumen auf eine uralte Packung unangefangener Fluoridtabletten. Ich beförderte sie in die Mülltonne und versuchte mich zu erinnern, wo diese Packung überhaupt her kam. Vermutlich hat sie mir nach der Geburt unseres Jüngsten ein Arzt im Krankenhaus in die Hand gedrückt. Meine Kinder sind inzwischen alle „Milchzahnmonster“ und putzen morgens und abends fleißig um die Wette. Dabei schreien sie laut „Aaaaah“ und ich singe das Lied vom Krokodil Schnappi, um sie bei Laune zu halten, bis die Sanduhr abgelaufen ist. Die Zahnpasta, die sie benutzen, enthält Fluorid und ich lasse sie damit putzen, seit sie wissen, wie man das Zeug wieder ausspuckt. Vorher haben sie eine fluoridlose Zahnpasta von Weleda „gegessen“. Die schon erwähnten Fluoridtabletten habe ich ihnen nie gegeben.

Zahnarzt und Kinderarzt sind sich nicht einig

Als mein Großer noch ein Baby war, habe ich zum Thema Fluoridierung unseren Zahnarzt und unseren Kinderazt belagert. Ich erhielt widersprüchliche Aussagen. Der Zahnarzt erklärte mir, Fluorid wirke am besten da, wo es gebraucht werde – also im Mund. „Eine Verletzung am Knie behandeln Sie ja auch nicht mit Tabletten, die im ganzen Körper wirken“, schimpfte er damals. Der Kinderarzt war anderer Ansicht. Er sagte mir, Fluorid in Form von Tabletten brauche der Körper bereits vor dem Durchbrechen der ersten Zähnchen. Schon in den ersten Lebensmonaten könne es in den Zahnschmelz eingebaut werden. Einig waren sich die Beiden nur in einem Punkt: Tabletten und Zahnpasta soll man nicht parallel verabreichen. Das gibt dann fiese weiße Flecken auf den Zähnchen – die sogenannte Dentalfluorose.

Fluoridtabletten sorgen für Bauchweh

Um die Verwirrung komplett zu machen, befragte ich damals zusätzlich meine Nachsorgehebamme. Die erklärte mir, die besagten Tabletten enthielten nicht nur Fluorid sondern auch Laktose und das bewirke bei Säuglingen oft Bauchweh. Von fluroidhaltiger Zahnpasta für Kinder im ersten Lebensjahr hielt sie auch nichts, denn die Zahnpasta sei schließlich nicht zum Verzehr geeignet. Sie habe ihren eigenen Kindern im Babyalter daher gar kein Fluorid gegeben. Ich beschloss, auf mein Bauchgefühl zu hören und dem Rat der Hebamme zu folgen. Beim Zahnarzt-Check vor 3 Monaten gab es zum Glück keine Beanstandungen. Die Zähne meiner Kinder sind – Schnappi sei Dank – tadellos in Ordnung.