Wer 3 Kinder hat, hat verloren. Habe ich gerade mal wieder am eigenen Leib erfahren, nämlich bei einer Wohnungsbesichtigung. Weil es bei uns inzwischen ziemlich kuschelig ist, haben wir uns entschlossen, uns zu vergrößern. Soweit die Theorie.. In der Praxis sah das vorhin so aus. Mein Mann und ich hatten die Kinder im Kindergarten abgeliefert und uns anschließend in Schale geschmissen, um beim Immobilienmakler einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Wir wurden freundlich begrüsst und herumgeführt. In der Küche stellte ich dem Makler die Frage, wo denn ein Trockner Platz findet. „Trockner?“ fragte er. „Ist nicht vorgesehen.“ „Aha“, antwortete ich und ließ dann die Katze aus dem Sack. „Bei 3 Kindern können wir auf den Wäschetrockner nicht verzichten“. Bei der Zahl 3 begann die rechte Augenbraue des Maklers zu zucken. Mein Mann setzte noch eins obendrauf. „Wohnen nebenan noch weitere Familien mit Kindern. Sie wissen schon, wegen des Lärms und so. Wenn die Nachbarn selbst Kinder haben, sind sie ja meist toleranter“, sagte er. Der Makler hatte inzwischen einen dünnen Schweißfilm auf der Stirn. Ganz rechts außen gebe es ein Kind, sagte er nach längerem Nachdenken. „Aber das ist schon etwas älter“.

Damit war die Wohnung für uns gestorben. Und alles wegen der Knirpse. Dabei sind 3 Kinder doch eigentlich noch recht übersichtlich. Die Namen passen alle auf den Anrufbeantworter und man muss sie noch nicht mal in einem Bus transportieren. Was hätte der Immobilienmakler wohl getan, wenn wir mitsamt unserer Kinder angerückt wären. Sich hinter einer Hecke versteckt?